Die anhaltenden geopolitischen Spannungen beeinträchtigten das Marktumfeld der Komax Gruppe, was die Investitionsbereitschaft der Kundschaft spürbar reduzierte. Insbesondere in der europäischen Automobilindustrie blieb die Investitionstätigkeit weiterhin verhalten. Die US-amerikanische Zollpolitik verstärkte die Unsicherheit zusätzlich und führte dazu, dass Investitionsentscheidungen in verschiedenen Märkten und Regionen verzögert wurden. Insgesamt resultierte daraus eine Abnahme des Bestellungseingangs um 2.1% auf CHF 565.0 Millionen (2024: CHF 577.2 Millionen). In der zweiten Jahreshälfte 2025 war der Bestellungseingang CHF 10.1 Millionen höher als im ersten Semester.

Unterschiedliche Umsatzentwicklung

Der Umsatz nahm um 7.9% ab und lag bei CHF 580.9 Millionen (2024: CHF 630.5 Millionen). Akquisitorisch resultierte ein leichtes Wachstum von 1.5%, während es organisch einen Rückgang um 6.0% gab. Der Fremdwährungseinfluss war signifikant negativ und betrug –3.4%, was CHF –21.4 Millionen entsprach. Die Umsatzabnahme war in erster Linie dem Marktsegment Automotive geschuldet. Das Servicegeschäft konnte 2025 ausgebaut werden, und in den Industrie-, Infrastruktur- und Transportmärkten wurden wichtige Fortschritte erzielt. So gelang es beispielsweise im Marktsegment Aerospace & Railway, den Umsatz um über 10% zu steigern und diverse Aufträge im Zusammenhang mit dem Aufbau von Rechenzentren zu gewinnen. Die Komax Gruppe konnte 2025 die Abhängigkeit von der Automobilindustrie weiter reduzieren. Deren Anteil am Umsatz sank auf 62.0% (2024: 64.1%).

Regional gab es grosse Unterschiede in der Umsatzentwicklung. Während in Europa die schwache Automobilindustrie für einen Rückgang um 19.4% sorgte, gab es in Afrika wegen der zunehmenden Verlagerung der Kabelbaumproduktion von Osteuropa nach Nordafrika ein deutliches Wachstum von 51.8%. Niedrige Lohnkosten fördern Investitionen der Kundschaft in bewährte Produktionsstandorte in Marokko und Tunesien sowie zunehmend auch in neue Fabriken in Ägypten und Algerien. Die Region Nord- und Südamerika wies einen Umsatzrückgang von 15.2% gegenüber dem Vorjahr aus. In Asien/Pazifik ging der Umsatz nur leicht um 3.7% zurück.

Strukturanpassungen senken Kosten um CHF 25 Millionen

Seit 2024 hat die Komax Gruppe ein umfangreiches Massnahmenpaket umgesetzt, um die Strukturen zu verschlanken und die Kosten nachhaltig zu reduzieren. In diesem Zusammenhang wurde die Anzahl der Engineering- und Produktionsstandorte um 20% von 30 auf 24 reduziert. Dabei entfielen sechs Standorte in Europa und einer in Japan, während durch die Akquisition von Hosver ein zusätzlicher Standort in China hinzukam. Weitere Massnahmen befinden sich in der Umsetzung, sodass im Verlauf des Jahres 2026 an den Standorten in Ungarn und in Mexiko die Produktion ebenfalls eingestellt wird. Auf das Produktportfolio haben die Anpassungen keinen Einfluss, da die bestehenden Standorte die Schliessungen kompensieren werden.

Durch die konsequente Umsetzung der geplanten Massnahmen konnte die Komax Gruppe ihre Kostenbasis deutlich senken. Ab 2026 wird diese um CHF 25 Millionen unter dem Niveau von 2024 liegen. Damit verbunden war 2025 auch ein Abbau von rund 300 bzw. 9% aller Stellen.

Positives EBIT von CHF 6.8 Millionen

Von den geplanten Einsparungen in Höhe von insgesamt CHF 25 Millionen konnten 2025 bereits rund CHF 20 Millionen realisiert werden. Die Kostenreduktionen haben sich damit schneller als erwartet ausgezahlt. Da zudem der Produktmix zu einer hohen Bruttomarge von 64.1% führte, ermöglichte dies ein positives betriebliches Ergebnis (EBIT) von CHF 6.8 Millionen (2024: CHF 16.0 Millionen) bzw. eine EBIT-Marge von 1.2% (2024: 2.5%). Darin enthalten sind Restrukturierungskosten von rund CHF 9 Millionen. Ohne Restrukturierungskosten und den negativen Fremdwährungseinfluss von 2.0 Prozentpunkten hätte eine EBIT-Marge von rund 4.7% resultiert. Das Gruppenergebnis nach Steuern (EAT) fiel negativ aus und lag bei CHF –7.9 Millionen (2024: CHF –2.9 Millionen).

Hohe Eigenkapitalquote von 52.4%

Die Komax Gruppe verfügt über ein solides finanzielles Fundament. Das Eigenkapital belief sich per 31. Dezember 2025 auf CHF 335.6 Millionen (31. Dezember 2024: CHF 356.6 Millionen), was einer Eigenkapitalquote von 52.4% (2024: 51.7%) entspricht. Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit betrug CHF 6.1 Millionen (2024: CHF 59.7 Millionen). Aufgrund von Investitionstätigkeiten resultierte ein negativer Free Cashflow von CHF –12.3 Millionen (2024: CHF 16.1 Millionen). Die Nettoverschuldung nahm von CHF 97.6 Millionen (2024) auf CHF 111.9 Millionen zu. Die Kapitalanforderungen (Covenants) gemäss Konsortialkreditvertrag wurden während des ganzen Jahres eingehalten.

Wichtige Fortschritte im Transformationsprozess

Die Komax Gruppe befindet sich in einem umfassenden Transformationsprozess, der sowohl durch den Zusammenschluss von Komax und Schleuniger als auch durch die verstärkte Ausrichtung der Aktivitäten auf den asiatischen Markt geprägt ist. Im Jahr 2025 konnten dabei deutliche Fortschritte erzielt werden. So wurden die wesentlichen Arbeiten im Zusammenhang mit der Integration von Schleuniger erfolgreich abgeschlossen und bedeutende Synergien realisiert. Dazu zählten die Optimierung des Vertriebs- und Servicenetzwerks, die Verschlankung des Produktportfolios und zahlreiche strukturelle Anpassungen, die zu einer nachhaltigen Senkung der Kosten führten. Im momentanen Transformationsprozess reduzierte die Komax Gruppe nicht nur die Kosten, sondern investierte gleichzeitig auch gezielt in den Ausbau ihrer Marktposition in China, um langfristig am Wachstum dieses Marktes zu partizipieren.

Weitere Stärkung der Marktposition in China

Per August 2025 hat die Komax Gruppe ihren Aktienanteil an Hosver, dem führenden Hersteller von Maschinen für die Verarbeitung von Hochvoltkabeln in China, von 56% auf 67% erhöht. Seit Ende 2024 ist sie ausserdem mit 5% am chinesischen Unternehmen E-Plus beteiligt, welches das in China am häufigsten eingesetzte Manufacturing Execution System (MES) für die Produktion von Kabelbäumen vertreibt. Mit E-Plus wurde im Berichtsjahr ein Distributionsvertrag abgeschlossen, der den exklusiven Vertrieb des Produktportfolios von E-Plus ausserhalb Chinas erlaubt.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Komax Gruppe in Asien ist der Ausbau der Maschinenproduktion nach dem Prinzip «local for local». Im Jahr 2025 wurden mit der Markteinführung der am Standort in Tianjin gefertigten Verdrillmaschine sowie der in Suzhou produzierten Maschine zur Verarbeitung von Datenleitungen wichtige Meilensteine erreicht. Diese Maschinen wurden zuvor in der Schweiz bzw. in Deutschland produziert. Die Komax Gruppe wird ihre Lokalisierungsstrategie weiter vorantreiben, sodass sie voraussichtlich bis Ende 2026 in der Lage sein wird, die bisher noch fehlenden Elemente ihres Produktportfolios ebenfalls in Asien zu produzieren.

Da der Aufbau des asiatischen Produktportfolios viel Know-how aus den europäischen Produktionsstandorten erfordert, führt die Lokalisierung in einem ersten Schritt zu zusätzlichen Kosten in Forschung und Entwicklung (F&E). Zudem führte die im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss mit Schleuniger erforderliche Portfoliobereinigung zu weiterem Mehraufwand. Entsprechend liegen die Aufwendungen in diesem Bereich, die überwiegend aus Personalkosten bestehen, derzeit noch auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Zwar sanken sie um CHF 3.4 Millionen auf CHF 70.9 Millionen. Die angestrebte F&E-Quote von jährlich 8–9% des Umsatzes wurde jedoch noch nicht erreicht. Der Umsatzrückgang im Jahr 2025 führte zu einer F&E-Quote von 12.2%.

Veränderung im Verwaltungsrat

Aufgrund der Amtszeitbeschränkung wird David Dean nach zwölf Jahren im Verwaltungsrat nicht mehr zur Wiederwahl an der Generalversammlung 2026 antreten. Für seinen langjährigen grossen Einsatz für die Komax Gruppe danken ihm der Verwaltungsrat und die Gruppenleitung herzlich. Der Verwaltungsrat verzichtet auf den Vorschlag eines neuen Mitglieds. Die sechs verbliebenen bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats werden zur Wiederwahl vorgeschlagen.

Der Verwaltungsrat pflegt eine resultatorientierte Dividendenpolitik. Aufgrund des negativen Gruppenergebnisses nach Steuern beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung am 9. April 2026, auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten. Mit diesem Antrag bewahrt sich die Komax Gruppe den unternehmerischen Handlungsspielraum, um konsequent an der Erreichung ihrer finanziellen Ziele zu arbeiten.

Ausblick

Globale Megatrends wie die fortschreitende Automatisierung, die zunehmende Elektrifizierung und die steigenden Mobilitätsanforderungen bilden kurz-, mittel- und langfristig eine solide Grundlage für das Wachstum der Komax Gruppe. Durch die erfolgreiche Integration von Schleuniger, die stetige Stärkung der Marktposition in China, die Straffung der Organisationsstruktur und die signifikante Reduktion der Kostenbasis verfügt sie über beste Voraussetzungen, um die sich bietenden Wachstumsmöglichkeiten zu nutzen. Die Komax Gruppe wird 2026 weiter investieren, um den Umsatz insbesondere im Servicegeschäft, in Asien sowie in den Infrastruktur-, Industrie- und Transportmärkten zu erhöhen. Dies mit dem Ziel, ab 2027 eine zweistellige EBIT-Marge zu erreichen. Der Bestellungseingang ist seit Monaten stabil, doch die geopolitischen Unsicherheiten und die damit verbundene volatile Marktsituation bleiben eine Herausforderung.

Der Verwaltungsrat und die Gruppenleitung danken Ihnen und allen Kundinnen und Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen. Ein besonderer Dank gilt allen Mitarbeitenden der Komax Gruppe, die das vorliegende Ergebnis mit viel Einsatz und Flexibilität ermöglicht haben.

Freundliche Grüsse

Andreas Häberli

Präsident des Verwaltungsrats

Matijas Meyer

CEO