In den Märkten für automatisierte Kabelverarbeitung gibt es für die Komax Gruppe enormes Wachstumspotenzial. Die langfristigen Megatrends Automatisierung, Elektrifizierung und Mobilität bieten zahlreiche Opportunitäten. Durch die weitere Automatisierung von Prozessen entlang der Wertschöpfungskette und digitale Services kann ausserdem die Effizienz der bereits installierten Maschinenbasis bei Kundinnen und Kunden deutlich gesteigert werden. Um diese Möglichkeiten für zusätzliche Alleinstellungsmerkmale zu nutzen und ihrer Kundschaft innovative Lösungen zu bieten, investiert die Komax Gruppe kontinuierlich in Neuentwicklungen, die Optimierung des bestehenden Produktportfolios und den Ausbau ihrer digitalen Serviceleistungen.

Auch in herausfordernden Jahren wie 2025 bleibt dies ein Fokus des Unternehmens. 2025 investierte die Komax Gruppe insgesamt CHF 70.9 Millionen bzw. 12.2% (2024: CHF 74.3 Millionen bzw. 11.8%) des Umsatzes in Forschung und Entwicklung. Dieser Betrag setzt sich aus Investitionen in interne Entwicklungsleistungen (CHF 63.2 Millionen) und in Drittleistungen (CHF 7.7 Millionen) zusammen. Das tiefere Umsatzniveau führte im Berichtsjahr 2025 zu der höheren F&E-Quote.

Einzigartige Innovationskraft

Die Komax Gruppe beschäftigte per 31. Dezember 2025 insgesamt 633 Mitarbeitende (2024: 724 Mitarbeitende) in der Forschung und Entwicklung sowie im Engineering. Die Ingenieurinnen und Ingenieure im Bereich Engineering leisten bei der Entwicklung von kundenspezifischen Applikationen einen wichtigen Beitrag. Trotz zunehmender Verlagerung nach China ist ein grosser Teil der F&E-Mitarbeitenden sowie Ingenieurinnen und Ingenieure (248 Mitarbeitende) weiterhin in der Schweiz beschäftigt, wo ein Grossteil der F&E-Aufwendungen anfällt. Ausserdem hat die Komax Gruppe Entwicklungsabteilungen in China, Deutschland, Frankreich, Japan, Singapur, Ungarn und in den USA. Die Komax Gruppe strebt weiterhin an, jährlich 8–9% des Umsatzes in Forschung und Entwicklung zu investieren.

Die Bündelung von Kompetenzen sowie die Optimierung des Produktportfolios wurden im Berichtsjahr deutlich vorangetrieben. Dies führte zu verbesserter Effizienz und gleichzeitig zu tieferen Kosten. Mit geballter Innovationskraft wurden 2025 zahlreiche Innovationen umgesetzt. So erfolgte zum Beispiel die erfolgreiche Lokalisierung einer vollautomatischen Verdrillmaschine für den chinesischen Markt, die Vorstellung eines kabellosen Inline-Prüfsystems und die Erweiterung des Schleuniger Coaxcenter 6000 zur nun flexibelsten Crimpmaschine der Welt. Ausserdem lancierte Hosver eine neue, in China produzierte Maschine zur Verarbeitung von Datenleitungen.

Next2OEM – Audi im Gespräch

Im Rahmen des Projekts Next2OEM arbeitete die Komax Gruppe mit neun Konsortialpartnern zusammen, die gemeinsam die komplette Wertschöpfungskette der Leitungssatzproduktion und -montage abdecken: Audi, Artiminds, Bär, FAPS, Kostal, Kromberg & Schubert, Semantic PDM, Stefani und TE Connectivity. Next2OEM zeigt auf, wie durch höhere Automation Kosten, Qualität und Nachhaltigkeit im Leitungssatzgeschäft beherrscht werden können. 2024 entwickelten die verschiedenen Partner dafür Maschinenteile. Die Komax Gruppe steuerte etwa den Sequenzverdriller Sigma 438, den Bestückungsautomaten Omega 840, ihre robotergestützte Bandagiertechnologie sowie optische Inline-Prüfsysteme bei. 2025 erfolgte die prototypische Umsetzung einer Gesamtanlage zur Fertigung und Montage eines Mittelkonsolen-Leitungssatzes auf dem Werksgelände der AUDI AG in Ingolstadt in Deutschland. Im Januar 2026 wurde die praktische Anwendbarkeit dieser Gesamtanlage validiert und damit die Basis für eine mögliche Weiterentwicklung zum Serieneinsatz gelegt.

Das Projekt Next2OEM wurde von Dr. Ingo Busche, Leiter Entwicklung Bordnetz Konzept und Robust Design, von der AUDI AG betreut. Die Komax Gruppe konnte mit ihm ein spannendes Interview zur Zukunft der Kabelkonfektionierung aus Sicht eines Autoherstellers führen:

> Das vollständige Interview mit Audi auf Komax Stories lesen

WIRE Mind – Schaltschränke bis zu 80% schneller verkabeln

Unter der Marke WUSTEC bietet die Komax Gruppe mit der Software WIRE Mind eine «virtuelle Maschine» für die automatisierte Drahtvorfertigung für den Schaltschrankbau an. Damit können Drahtsätze jeglicher Stückzahl online bestellt werden, die dann in kürzester Zeit gefertigt und geliefert werden. Dies ist besonders für Kundinnen und Kunden interessant, die für bestimmte Projekte keine eigene Fertigung aufbauen wollen. Mit den vorgefertigten und bedruckten Sequenz- und Rundbündeln verdrahten diese so ihre Schaltschränke bis zu 80% schneller, und das fehlerfrei sowie ohne Litzen-Abfall.

Das Angebot besteht bisher vor allem in Deutschland und wird in der ersten Jahreshälfte 2026 auf den Markt in den USA ausgedehnt. Seit 2025 kann die Software WIRE Mind auch ohne WUSTEC-Service genutzt werden. Das heisst, Kundinnen und Kunden mit eigener Fertigung können mit WIRE Mind ihre Produktionsplanung optimieren, wovon bereits über ein Dutzend Gebrauch machen. Die Produktionsdaten werden dabei von jeglichen ECAD-Systemen in die Plattform WIRE Mind geladen, mit wenigen Klicks optimiert und an die eigene Maschine übertragen. So bietet die Komax Gruppe ihrer Kundschaft maximale Flexibilität und einen schnellen und effizienten Service, wodurch diese ihre Produktion beschleunigen kann: Entweder sie nutzt die «virtuelle Maschine» und bestellt somit vorgefertigte Drahtsätze bei WUSTEC online und/oder sie arbeitet mit den eigenen Maschinen in ihrem Werk und nutzt WIRE Mind für die Produktionsoptimierung.

SMART FACTORY by KOMAX 

Die Digitalisierung ist in vollem Gange, insbesondere in der Automobilindustrie. Mehr Digitalisierung bedeutet mehr Daten, mehr Elektrifizierung und mehr Verkabelung. Dies ist gut für das Geschäft der Komax Gruppe, stellt ihre Kundschaft aber auch vor wachsende Herausforderungen. Eine Vielzahl von Komponenten und Produkten wird zunehmend intelligenter und elektrisch aufwendiger. Die Komplexität in den Anwendungen der Kabelverarbeitung in den verschiedenen Marktsegmenten steigt stetig. Kundinnen und Kunden der Komax Gruppe müssen bei gleichzeitig steigendem Personalaufwand zuverlässig konstant hohe Qualität liefern und dabei die Kosten möglichst tief halten. Die Komax Gruppe unterstützt sie dabei, diesen wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Ein wesentlicher Faktor ist die SMART FACTORY by KOMAX – ein umfassendes Paket aus digitalen und physischen Lösungen, mit dem die Kabelkonfektion deutlich optimiert werden kann.

SMART FACTORY by KOMAX

Die SMART FACTORY by KOMAX bietet mit ihren fünf Komponenten Lösungen für die Kabelkonfektion der Zukunft. Das Ziel ist es, Kundinnen und Kunden die Produktion zu erleichtern und dabei die Qualität, Produktivität und Flexibilität der Kabelverarbeitung auf ein neues Niveau zu heben. Die Komax Gruppe entwickelt alle fünf Komponenten kontinuierlich weiter.

Mehr zur SMART FACTORY by KOMAX

Aktiv Branchenthemen vorantreiben

Die Komax Gruppe ist bestrebt, wesentliche Entwicklungen in ihren drei Marktsegmenten aktiv mitzugestalten und so die Automatisierung weiter voranzutreiben. Dafür arbeitet sie in verschiedenen Organisationen und Initiativen mit führenden Unternehmen partnerschaftlich zusammen.

Beispiele aktueller Innovationen

Mit gezielten Investitionen in Forschung und Entwicklung gelingt es der Komax Gruppe, jedes Jahr verschiedene neue Produkte, Produkterweiterungen und Services auf den Markt zu bringen. Im Berichtsjahr 2025 hat sie ihre Technologieführerschaft mit mehreren wichtigen Produktneuheiten eindrücklich unter Beweis gestellt. ⁠