ESG-Strategie
«Es ist eine gemeinsame Aufgabe, die negativen Folgen des Klimawandels zu minimieren. Die Komax Gruppe trägt ihren Teil dazu bei. Wir streben ein nachhaltiges und profitables Wachstum an. Darunter verstehen wir die ganzheitliche, langfristige Weiterentwicklung des Unternehmens und seiner Umwelt mit dem Ziel, Wert zu schaffen, sowohl im wirtschaftlichen, im ökologischen als auch im sozialen Sinne. Dafür setzen wir den Fokus dort, wo wir am meisten bewegen können.»
Dr. Andreas Häberli
Präsident des Verwaltungsrats und CEO ad interim
Kernelemente der ESG-Strategie
Drei Schwerpunkte
ESG ist ein integraler Bestandteil der Strategie der Komax Gruppe und in ihrer Unternehmenskultur fest verankert. Sie hat die Themenbereiche von ESG konsequent in ihre Geschäftsprozesse integriert. Dabei hat sie sich drei Schwerpunkte gesetzt – Fairness, Responsibility und Climate Protection –, mit denen sie sich insbesondere auf ihre Kundschaft, ihre Mitarbeitenden, ihre Lieferanten und den Planeten fokussiert.
Materialität und wesentliche Themen
Wo am meisten bewegt werden kann
Die Komax Gruppe wird von verschiedenen Trends, Risiken und Opportunitäten beeinflusst, die sich auf den langfristigen Geschäftserfolg auswirken. Ausserdem nimmt sie durch ihre Aktivitäten Einfluss auf die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft. Um die wesentlichen ein- und auswirkenden Faktoren zu identifizieren, hat die Komax Gruppe eine umfangreiche doppelte Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Sie bildet die Grundlage für die ESG-Strategie.
Im Rahmen dieser Analyse wurden auch die wesentlichen Stakeholder identifiziert.
Im Folgenden werden die in der doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten wesentlichen Themen kurz zusammengefasst. Details zur Wesentlichkeitsanalyse und diesen Themen sind im ESG-Bericht zu finden.
Neun als wesentlich identifizierte Themen
1Nachhaltiges und profitables Wachstum
Die Komax Gruppe strebt ein nachhaltiges und profitables Wachstum an. Darunter versteht sie die ganzheitliche, langfristige Weiterentwicklung des Unternehmens und seiner Umwelt in den kommenden Jahrzehnten mit dem Ziel, Wert zu schaffen, sowohl im wirtschaftlichen als auch im ökologischen und sozialen Sinne. Dazu gehören:
- Ein nachhaltiger wirtschaftlicher und sozialer Beitrag zur Gemeinschaft
- Eine langfristig orientierte Strategie
- Verzicht auf Gewinnstreben auf Kosten der Umwelt
- Verantwortungsvoller Umgang mit natürlichen Ressourcen
- Wertschätzendes Arbeitsklima
- Eine solide finanzielle Basis
2Lean Management und Operational Excellence
Schlanke Organisations- und Prozessstrukturen sowie der ständige Wille zur Verbesserung, d. h. Lean Management und Operational Excellence, sind notwendig, um die auf Langfristigkeit und Nachhaltigkeit ausgerichteten Unternehmensziele der Komax Gruppe zu erreichen. Diese umfassen:
- Kontinuierliche Prozessoptimierungen
- Austausch mit Partnern und Peers für stetiges Lernen
- Weiterbildung der Mitarbeitenden in Lean-Management-Methoden
3Digitale Transformation
Die Komax Gruppe adressiert die Herausforderungen der digitalen Transformation durch zwei eng miteinander verflochtene strategische Initiativen: Während die SMART FACTORY by KOMAX u. a. die digitalen Angebote für Kundinnen und Kunden umfasst, geht es bei der Initiative DIGITAL KOMAX darum, die Komax Gruppe zu einem über alle Prozesse hinweg durchgehend digitalisierten Unternehmen weiterzuentwickeln. Dabei werden Themen adressiert wie:
- Weiterentwicklungen im Bereich KI
- Wachsendes Angebot an digitalen Kundenlösungen
- Digitale Durchgängigkeit und Interoperabilität interner Systeme
- Bereinigung und Standardisierung von internen Daten und Systemen
- Schutzmassnahmen vor Cyberrisiken
- Verantwortungsvolles Datenmanagement
4Treibhausgasemissionen und Energieeffizienz
Das Pariser Klimaabkommen von 2015 sieht vor, die globale Erwärmung möglichst auf 1.5 °C, auf jeden Fall jedoch auf deutlich unter 2 °C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Schlüsselelement für die Erreichung dieser Ziele ist die Reduktion von Treibhausgasemissionen, allen voran von CO₂-Emissionen. Die Komax Gruppe leistet im Rahmen ihres Klimatransitionsplans und mit den ESG-Zielen ihren Beitrag dazu und:
- Strebt danach, an ihren Standorten den Gesamtenergieverbrauch zu verringern und die Energieeffizienz zu steigern, um ihren CO₂-Ausstoss zu verringern
- Hat sich ein Netto-Null-Ziel bis 2025 gesetzt
- Substituiert fossile Energiequellen durch erneuerbare Energien
- Sensibilisiert Mitarbeitende auf Klima- und Energiethemen
5Produktlebenszyklusmanagement
Die Komax Gruppe betrachtet alle ökologisch relevanten Aspekte ihrer Produkte über den gesamten Produktlebenszeitraum hinweg. Dies beginnt bei der Entwicklung und geht weiter mit der Produktion und den dabei benötigten Materialien und der verwendeten Energie. Danach folgen die Verpackung, die Lieferung und der Zeitraum des Einsatzes bei der Kundschaft inkl. Servicetätigkeiten, während die Entsorgung den Abschluss bildet. Die Komax Gruppe stellt jährlich tausende Maschinen her, wofür tonnenweise Stahl und Aluminium sowie Holz und Karton für die Verpackungen benötigt werden. Um Ressourcen zu schonen und ihre Kundschaft dabei zu unterstützen, ihren CO₂-Fussabdruck zu verkleinern, ist die Komax Gruppe bestrebt, möglichst effiziente und langlebige Produkte anzubieten. Dabei fokussiert sie auf:
- Eco-Design Checks für ihre Produkte
- Nachhaltiges Ressourcenmanagement in der Produktion
- Reduktion von Materialverbrauch, wo möglich
- Nachhaltiges Abfallmanagement, das möglichst viel Recycling einschliesst und das Modell der Kreislaufwirtschaft unterstützt
6Sicherheit und Zufriedenheit am Arbeitsplatz
Die Arbeitsmärkte an den Standorten der Komax Gruppe befinden sich seit einigen Jahren im Spannungsfeld zwischen steigenden Lohnkosten und Fachkräftemangel. Die Fähigkeit, talentierte und motivierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten, ist für ein auf Wachstum ausgerichtetes Unternehmen wie die Komax Gruppe entscheidend. Durch ein aktives und nachhaltiges Personalmanagement kann sie ihre Attraktivität als Arbeitgeberin steigern und eine diverse und engagierte Belegschaft pflegen. Deshalb sind motivierte und zufriedene Mitarbeitende ein wesentliches Element der ESG-Strategie. Die Komax Gruppe adressiert dies durch:
- Ein wertschätzendes Arbeitsumfeld, in dem Leistung und persönliche Stabilität im Einklang stehen
- Marktgerechte Löhne und landes- und branchenübliche Sozialleistungen
- Regelmässige Umfragen zur Motivation der Mitarbeitenden
- Umfassende Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
- Gezieltes Fördern und Weiterentwickeln ihrer Mitarbeitenden und das Bieten von Perspektiven für die berufliche Zukunft
- Messen und verbessern der LTIR (Lost Time Injury Rate) zur Reduktion der Arbeitsaunfälle
- Verbesserung des Wohlbefindens und der Gesundheit am Arbeitsplatz durch verschiedene Aktionen und Lernangebote
- Den monetären und ehrenamtlichen Einsatz für lokale Gemeinschaften
- Das Implementieren von integrierten Managementsystemen (ISO 9001, ISO 14001, ISO 45001) an all ihren Produktionsstandorten
7Kundenbeziehungen
Eine intensive, bedürfnisgerechte Kundenpflege ist die Basis für eine vertrauensvolle Partnerschaft und somit den Geschäftserfolg. Für die Komax Gruppe spielen mehrere Elemente bei der Pflege und Verbesserung ihrer Kundenbeziehungen eine wichtige Rolle:
- Kundennähe durch ein globales Service- und Vertriebsnetzwerk
- Liefertreue
- Hohe Produktqualität über den gesamten Lebenszyklus
- Eine offene und messbare Feedbackkultur
- Trainings zur Steigerung der Produktivität der Kundschaft
- Regelmässige Kundenzufriedenheitsumfragen
8Unternehmensethik und Compliance
Die Komax Gruppe interagiert mit ihren Anspruchsgruppen auf eine ethische und verantwortungsvolle Weise. Denn diese stellen hohe Erwartungen an Transparenz, Vertrauenswürdigkeit, zeitnahe Kommunikation und Rechtschaffenheit des Unternehmens. Deshalb:
- Hat die Komax Gruppe einen Code of Conduct sowie Richtlinien und Reglemente für Themen wie etwa Menschenrechte, Korruption und Nachhaltikeit implementiert
- Werden Risiken anhand eines institutionalisierten Risikomanagements jährlich systematisch erfasst, analysiert, überwacht und gesteuert
- Hält die Komax Gruppe lokale Gesetze und Vorschriften jederzeit ein
- Fördert das Unternehmen eine von Integrität geprägte Unternehmenskultur
- Gibt es eine externe Whistleblowing-Stelle um Verfehlungen und Bedenken zu adressieren
- Schützt sie ihre Patente und setzt ihre Rechte bei Bedarf aktiv gegen Mitbewerber durch
9Lieferkettenrisikomanagement
Nachhaltigkeit in den Lieferketten umfasst bei der Komax Gruppe die sozial und ökologisch verantwortungsvolle Beschaffung von Rohstoffen, Komponenten, Verpackungen und Dienstleistungen sowie ein angemessenes Risikomanagement. Sie adressiert verschiedene Beschaffungsrisiken durch:
- Ein striktes Trade-Compliance-Management sowie ein verantwortungsbewusstes Management ihrer Lieferketten
- Die Pflege langfristiger stabiler Beziehungen zu Lieferanten und deren regelmässige Auditierung
- Einen Code of Conduct für Lieferanten sowie verschiedene Richtlinien, etwa zu Menschenrechten, Mineralien und Metallen aus Konfliktgebieten sowie dem Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
- ESG-Ratings der Lieferanten (insbesondere via Ecovadis)
- Regelmässige Trainings zu Themen wie Exportkontrollen, Embargos, aktuellen Incoterms sowie zur Zoll- und Steuergesetzgebung
13 ESG-Ziele bis 2028
Fokussiert vorangehen
Für jeden der drei Schwerpunkte verfolgt die Komax Gruppe eine langfristige Ambition und hat 2023 13 übergeordnete Ziele für die kommenden fünf Jahre definiert. Zur Erreichung der Ziele werden verschiedene strategische Initiativen verfolgt, deren Fortschritt regelmässig gemessen und aktualisiert wird.
Fortschritte 2025
- Im Jahr 2025 haben wir einen detaillierten Klimatransitionsplan entwickelt mit dem Ziel, bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen.
- Es ist uns gelungen, den Anteil erneuerbarer Energien im Vergleich zum Basisjahr 2023 deutlich zu steigern – von 23% auf 58% – und damit unser ESG-Ziel von 50% für 2028 bereits zu übertreffen.
- Wir haben unsere konzernweiten Scope 1- und Scope 2-Emissionen im Jahr 2025 um 707 tCO₂e deutlich gesenkt, was einer Reduktion um 10.8% entspricht.
- Unseren weltweiten Energieverbrauch konnten wir um 768 MWh zu senken.
- Wir haben erste Produktlebenszyklusanalysen durchgeführt und Erkenntnisse darüber gewonnen, wie wir unsere Produkte nachhaltiger gestalten können.
- Die Mitarbeitermotivation konnte trotz eines herausfordernden Jahres auf gutem Level gehalten werden.
- Die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden blieb im Vergleich zu unseren Peers in der Industrie überdurchschnittlich hoch.
- Alle Mitarbeitenden haben die Schulung zum Verhaltenskodex erfolgreich absolviert.
- 86% unserer Lieferanten haben den Verhaltenskodex für Lieferanten bereits unterzeichnet. Damit haben wir unser Zwischenziel für 2025 von 80% deutlich übertroffen.
Risikomanagement
Verantwortung übernehmen
Klimachancen und -risiken
Die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel und dessen Folgen ist ein wesentlicher Teil der unternehmerischen Verantwortung der Komax Gruppe. Deshalb adressiert sie aktiv die damit verbundenen Chancen und Risiken. Das Unternehmen verfolgt eine Klimastrategie mit dem Ziel, bis 2050 eine Reduktion der Treibhausgase auf Netto-Null zu erreichen, und orientiert sich dabei an den Schweizer Klimazielen sowie den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD). Die Komax Gruppe hat diverse physische und transitorische Klimachancen und -risiken identifiziert (> siehe TCFD-Bericht unten).
Risikomanagement
Die Komax Gruppe betreibt ein systematisches Risikomanagement. Dabei sind klimabezogene Risiken ein Element der Risikomatrix der Komax Gruppe, die 13 Risikokategorien umfasst. Klimarisiken wurden als Teilbereich der Umweltrisiken in der Risikomatrix verortet und – wie bei allen anderen Risiken – deren Einfluss auf Umsatz, EBIT und Unternehmensreputation sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit bewertet. Der Risikobewertungsprozess findet jährlich statt. Durch dieses Vorgehen und die aus den Risiken abgeleitete Strategie erhält die Komax Gruppe die bestmögliche Resilienz gegenüber klimabezogenen Veränderungen. Weitere Informationen zum Risikomanagement sind im Finanzbericht zu finden.
Klimatransitionsplan
Langfristige Weiterentwicklung
Ziel Netto-Null bis 2050
Um sicherzustellen, dass die Erde sich nicht mehr als 1.5 °C erwärmt und schwere Störungen des Umweltsystems ausbleiben, müssen die weltweiten CO₂-Emissionen bis 2050 auf Netto-Null sinken. Dies zeigt der Sonderbericht 1.5 °C globale Erwärmung des Weltklimarats IPCC. Die industrielle Produktion macht einen gewichtigen Teil dieser Emissionen aus.
Kurz-, mittel- und langfristige Ziele
Die Komax Gruppe wird ihren Teil zur Reduktion dieses Ausstosses beitragen und hat einen Klimatransitionsplan mit dem Basisjahr 2023 entwickelt. Dabei plant sie, ihre eigenen CO₂-Emissionen in den Bereichen Scope 1 und Scope 2 schrittweise bis 2050 auf Null zu reduzieren. Das Unternehmen hat sich hierfür kurz-, mittel- und langfristige Ziele gesetzt. Das erste kurzfristige Etappenziel ist eine Reduktion um je 10% bis 2028, gefolgt von zwei Mittelfristzielen von –30% bis 2030 und –60% bis 2040.
Das kurzfristige Ziel plant die Komax Gruppe vor allem durch die Substitution von fossilen Energieträgern mit erneuerbaren Energien an ihren Standorten zu erreichen. In den Bereichen der eigenen direkten Emissionen und auch der eingekauften indirekten Emissionen hat das Unternehmen bereits heute Ziele definiert, um den CO₂-Austoss und den Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren.
Für das Erreichen der beiden Mittelfristziele sind zusätzliche Massnahmen in den Bereichen Flottenmanagement und Energieeffizienz notwendig sowie das konsequente Fortführen des kontinuierlichen Umstiegs auf erneuerbare Energiequellen.
Absenkpfad CO₂-Emissionen für Scope 1 und Scope 2 bis zum Netto-Null-Ziel
Szenarioanalyse
Zur Einschätzung der Auswirkungen des Klimawandels auf das Unternehmen hat die Komax Gruppe mehrere Klimaszenarien betrachtet. Diese bilden die Grundlage der klimabezogenen Risikobewertung. Um die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken einzuschätzen und in Relation zum Unternehmen zu bringen, hat die Komax Gruppe drei IPCC-Emissionsszenarien verwendet. Diese Szenarien sind im TCFD-Bericht erläutert.